Big Saloons on Tour 2019

Big Saloons on Tour zu Gast auf der Bundesgartenschau

9. Jahrestreffen 2019 in Heilbronn

Heilbronn war in diesem Jahr vom 30. Mai bis zum 02. Juni Treffpunkt der „Big Saloons on Tour“, die nun bereits zum neunten Mal stattfand.  Jürgen Binder als Gastgeber und Organisator hatte, unterstützt von Ehefrau Elisabeth und Tochter Eileen, ein spannendes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. 14 Jaguar Limousinen der Baureihen MK7, MK 8 und MK 9 gaben sich auf der Neckarinsel ein Stelldichein.

Das Get-together beim Sektempfang am Donnerstagabend diente neben einer Einweisung in das Programm natürlich zunächst dem Austausch der letzten Neuigkeiten; schließlich hatte man sich seit einem Jahr nicht gesehen. Jürgen hatte dafür einen eigenen Sekt mit BSoT-Logo auf dem Etikett abfüllen lassen, von dem alle am Schluss auch noch ein paar Flaschen mit nach Hause nehmen durften.

Etwas später begann der Abend für Angelika und Rainer, die aus Hamburg über einen Abstecher in die Schweiz angereist waren. Ihr  MK 9 hatte im Schwarzwald schlapp gemacht und musste vom ADAC in die heimische Werkstatt zurücktransportiert werden.

Beide fanden an den nächsten Tagen aber Mitfahrgelegenheiten im MK 9 von Bernd und dem MK 8 von Gernot (nochmals vielen Dank an Beide!), so dass auch sie die drei Tage unbeschwert genießen konnten.

Zum ersten Mal dabei waren Jan aus den Niederlanden mit seinem blauen MK 9, dessen erster Besitzer 1960 der chilenische Botschafter in den Niederlanden war, sowie Bernd Coens aus Karlsruhe mit seinem grauen MK 9. Aus Düsseldorf kam Eckhard mit dem ältesten Saloon, einem schwarzen MK 7 aus 1952, natürlich auf eigener Achse. Die anderen Katzen, von ihren Besitzern größtenteils ebenfalls selbstfahrend aus allen Teilen der Republik nach Heilbronn kutschiert, bestanden aus fünf MK 9, drei MK 8 und vier MK 7M, mit Baujahren zwischen 1954 und 1960. Ein Unikat stellte darunter der Jaguar von Gernot dar, dessen Chassis eines MK 7M die Karosserie eines MK 8 trug. Interessant auch ein Blick auf die Länder, in denen die Big Saloons zuerst zugelassen waren: einige natürlich in den USA und in Großbritannien, aber auch Kanada, Chile, Neuseeland, Südafrika, Spanien und Belgien waren vertreten – eine wahrlich internationale Sammlung.

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Am Freitagmorgen hieß es dann „start your engines“ zur ersten Tour, die allerdings nach wenigen hundert Metern bereits zum Stopp für das erste Highlight unterbrochen wurde: der Bürgermeister von Heilbronn, Harry Mergel, hatte es sich nicht nehmen lassen, die Big Saloons mit ihren Insassen persönlich auf dem sonst nicht für PKW zugänglichen Rathausplatz zu begrüßen. Beeindruckt zeigte er sich nicht nur von den Fahrzeugen, sondern auch von den Fahrern und Beifahrerinnen, die in zeitgenössischer Kleidung zum Gruppenfoto angetreten waren.

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Weiter gings ins Heilbronner Umland nach Öhringen, wo die Familie Heyd ihr außergewöhnliches Privatmuseum zu einer Sonderführung durch die Inhaber persönlich geöffnet hatte. Der inzwischen verstorbene Onkel der Geschwister Heyd hatte eine in qualitativer und quantitativer Hinsicht beachtliche Sammlung von Automobilen, Motorrädern, Glaskunst und Emaille Schildern zusammengetragen.  Nicht wenige der automobilen Schätze würden auf den hochkarätigsten Auktionen in aller Welt gesuchte Objekte darstellen.

Die Fahrzeuge befinden sich im absolut unberührten Originalzustand und waren so abgestellt worden, wie sie vor Jahrzehnten gekauft wurden (der letzte Erwerb fand in den 70er Jahren statt). Bis auf zwei Fahrzeuge, die der Onkel selbst fuhr, waren alle Exponate seither nicht wieder bewegt worden. An eine Reanimation denken die Eigentümer nicht, die Exponate sollen als museale Erinnerungsstücke im Sinne des Gründers erhalten bleiben.  Aber auch absolute Raritäten in Sachen Glaskunst zierten die Ausstellungsräume, vielfach Einzelstücke und handsignierte Unikate der jeweiligen Künstler.

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Ein leichtes Hungergefühl der Besucher signalisierte jetzt: Zeit fürs Mittagessen! Nach kurzer Fahrt durch das Heilbronner Unterland wurde Burg Stettenfels erreicht. Bei strahlendem Sonnenschein war hier bereits eine lange Steintafel gedeckt, an der alle Teilnehmer Platz fanden. Gekrönt wurde das leckere Buffet durch den fantastischen Ausblick auf die Burg und das weite Umland.

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So gestärkt ging es zurück nach Heilbronn. In die 50er Jahre versetzt fühlten sich dort die Besucher der Bundesgartenschau (BUGA), wo die BSoT angekündigter Programmpunkt war. Bereits bei der Einfahrt sowie dem Korso über das für Autos ansonsten gesperrte Ausstellungsgelände wurde reichlich Beifall gespendet. Anschließend reihten sich die Saloons zum Fototermin unmittelbar am Neckarufer auf. Während die Insassen sich zum Picknick auf dem Rasen niederließen, hatten die BUGA-Besucher Gelegenheit, die noblen Karossen aus der Nähe zu besichtigen. „Welches Baujahr? Wieviel PS? Wie schnell? Ist der noch original?“ – gern beantworteten die Besitzer die zahlreichen Fragen und erklärten Details zu Historie und Technik der Oldtimer. Für stilechte Untermalung sorgte das Grammophon aus dem Fundus unseres Typ Referenten Peter Schuster.

Erschöpft kehrten alle am späten Nachmittag in das nahegelegene Hotel auf der Neckarinsel zurück. After Sun Creme war hier ebenso gefragt wie ein kühles Blondes oder eine Weinschorle auf der Hotelterrasse. Ein italienisches Abendessen rundete diesen ereignisreichen Tag voller bleibender Eindrücke ab.

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Zum Frühstück am Samstagmorgen wartete Jürgen zunächst mit einer Überraschung auf: für Veronika, die an diesem Tag einen runden Geburtstag feierte, hatte er ein sehr individuelles Geschenk in Form eines Dioramas gebastelt, auf dem natürlich auch der rote MK 7 von Alexander und Veronika nicht fehlen durfte. Herzlichen Glückwunsch sagten alle Saloonisti!

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Das Roadbook führte an diesem Tag zuerst durch die Industrielandschaft Baden-Württenbergs von Heilbronn aus nach Neckarsulm, am Audi Werk vorbei zu den Süddeutschen Salzwerken in Bad Friedrichshall. In 180 Meter Tiefe erwartete die Besucher hier, im öffentlichen Teil des noch aktiven Bergwerks, ein einzigartiges Museum. Bis zu 180 m lange und 17 m hohe Säle waren durch den Salzabbau entstanden und als moderne Themenräume hergerichtet. Lasereffekte und blaue Beleuchtung sorgten für eine besondere Stimmung unter Tage.

Neben Informationen zur Geschichte und Technik der bergmännischen Salzgewinnung war ein Ausstellungsteil auch der NS-Zeit und der Rolle von Zwangsarbeitern im Bergwerk gewidmet.

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Wieder oben auf der Erde angekommen erwartete die Gruppe ein weiterer warmer, sonniger Tag. Die Weiterfahrt führte durchs „Ländle“ nach Möckmühl zu einem kleinen Mittagessen direkt auf dem Marktplatz, mit den in der Fußgängerzone geparkten Fahrzeugen in unmittelbarer Reichweite. Nicht beabsichtigt war dabei, dass die Big Saloons einer dort gleichzeitig stattfindenden Hochzeit fast die Show stahlen.

Beim anschließenden  Autokorso durch die historische Innenstadt von Möckmühl stellte ein Sprecher den zahlreichen Zuschauern die Fahrzeuge mit ihrer Historie und den derzeitigen Besitzern jeweils einzeln vor.

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Von Möckmühl aus ging es an Kocher und Jagst entlang weiter zur obligatorischen Pimm´s Pause, die Familie Schuster vorbereitet hatte. Direkt am Ufer der Jagst war die  Cocktailpause im Schatten der Bäume eine willkommene Erfrischung  – und auch die Jags waren für eine Abkühlung dankbar.

Zurück in Heilbronn bildete das festlichen Abendessen den formellen Abschluß der diesjährigen BSoT. Ein Liedermacher sorgte für musikalisch schwäbische Untermalung des Abends und hatte auch noch ein Geburtstagsständchen für Veronika im Repertoire.

Ein weiterer gelungener Tag ging seinem Ende zu, und alle Saloonisti waren sich einig, dass Jürgen und seine Familie ein großartiges Programm auf die Beine gestellt hatten. Und: außer dem Ausfall des Hamburger MK 9 hatten alle anderen 14  Jaguare  die drei Tage ohne Katzenjammer überstanden und konnten unversehrt in ihre heimatlichen Katzenhäuser zurückkehren.

Zum Frühstück am Sonntagmorgen hatten sich vom Vorstand der JAG noch Christine Maurer und der Sektionsleiter Stuttgart/Rhein-Neckar Siegfried Schneeberger eingefunden. Die Big Saloons on Tour danken für den Besuch.

Dann hieß es aber Abschied nehmen  – angesichts der tollen Tage in Heilbronn  durchaus mit etwas Wehmut im Herzen. Gleichzeitig freuten sich alle aber bereits auf das nächste Jahr, bei dem es wieder heißt: „Big Saloons on Tour – Start your engines!“

Peter Schuster hat sich dankenswerterweise bereit erklärt, das Treffen zum 10. Jubiläum der BSoT vom  01.05.- 03.05.2020 im Raum Freiburg auszurichten . Save the date!

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